Suche
Suche Menü

Knappenrode fordert zur Debatte auf

Quelle: SZ-online.de von Katrin Demczenko

Dr. Paul Kaiser (links) führt durch die Ausstellung; MdL Thomas Baum (im dunklen Anzug) und andere Besucher lauschen interessiert seinen Worten.Foto: Katrin Demczenko

Eine neue Ausstellung ist seit dem 1. Mai in der Energiefabrik Knappenrode zu sehen: In der Kraftzentrale, also im vormaligen Kraftwerk der historischen Brikettfabrik, eröffnete die Leiterin der Energiefabrik, Kirstin Zinke, gemeinsam mit sächsischen Politikern und dem Direktor des Dresdener Instituts für Kulturstudien, Dr. Paul Kaiser, die Sonderschau „Kunst + Kohle. Arbeit und Bergbau in der DDR-Kunst“ . Der 1. Mai, der „Tag der Arbeit“, sei als Termin bewusst gewählt worden, um auf lebendige Weise an die Arbeitswelt vergangener Zeiten zu erinnern, sagte Kirstin Zinke in ihren Eingangsworten.

Nachträgliche Würdigung

Der Landtagsabgeordnete Thomas Baum sprach stellvertretend für die Schirmherrin der Ausstellung, die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping. Er sagte, die Fotos und Gemälde, welche Arbeiter, Brigaden und Produktionsbedingungen in DDR-Betrieben zeigen, würdigen nachträglich die Leistungen der Menschen in damaliger Zeit und ihre Erwerbsbiografien.

Die Kunstschau beleuchtet auch die Zeit Anfang der 1990er-Jahre in der Lausitz, als der wichtigste Erwerbszweig Bergbau binnen wenigen Jahren „plattgemacht“ wurde. Neue Industriezweige entstanden damals nicht, weshalb Menschen Arbeitslosigkeit erleben mussten; Menschen, die vorher in einer von Erwerbstätigkeit stark geprägten Gesellschaft gelebt hatten.

Die Ausstellung soll die längst notwendige Debatte über die rücksichtslose Abwicklung vieler Betriebe im Osten nach dem Ende der DDR anstoßen, hofft Thomas Baum. Er forderte, diese Debatte heute gesamtdeutsch mit dem Ziel zu führen, strukturschwache und strukturstarke Regionen zusammenzubringen. Der Landtagsabgeordnete teilte mit, dass Staatsministerin Petra Köpping die Ausstellung später besuchen, mit ehemals Betroffenen sowie heute im Bergbau Tätigen sprechen will.

Dr. Paul Kaiser sprach als Kurator der Kunstschau vor Thomas Baum, der Beigeordneten des Landkreises, Birgit Weber, und Bürgern unter anderem über Gemälde von Dieter Dressler und Bernhard Heisig sowie über Fotos von Jürgen Matschie. Der Kurator erklärte, dass in der DDR eine einzigartige Begegnungsgeschichte zwischen Künstlern und Arbeitern in Betrieben stattgefunden hat und breite Bevölkerungsschichten Zugang zu Kunst hatten.

Pleinair angekündigt

Inga Geierhos vom Oberlausitzer Kunstverein Görlitz freute sich, in der Ausstellung lange nicht mehr gezeigte DDR-Kunstwerke wiederzusehen. Nach dem beendeten Umbau der Energiefabrik im Jahr 2020 möchte ihr Verein an dem Ort ein Pleinair durchführen, sagte sie der von dieser Ankündigung erfreuten Kirstin Zinke.

„Kunst + Kohle. Arbeit und Bergbau in der DDR-Kunst“ – Sonderausstellung in der Energiefabrik Knappenrode (Ernst-Thälmann-Straße 8) / Die Schau ist bis zum 16. September zu sehen (Di-So 10-18 Uhr / Montag Ruhetag).

http://www.sz-online.de/nachrichten/knappenrode-fordert-zur-debatte-auf-3928899.html

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.